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DIE GESCHICHTE DES CACAOS

Tchocolatl - Göttertrunk der Azteken

Vom Ursprung des Cacaos  - Aus den Tropen nach Europa

Die Geschichte des Cacaos beginnt in einem äquatorialen Land, das sehr viel später erst den Namen „Amerika“ erhalten sollte. Inmitten des tropischen Regenwaldes, am Fuße majestätischer Baumriesen, entfaltet die Natur ihren geheimnisvollen Plan: wild, verschlungen, bisweilen voller ungeahnter Kräfte. Wo fremdartige Tiere fauchen, pfeifen, zirpen, während sie vorbei an immergrünen Pflanzen durch das Dickicht streifen, lebten die Olmeken. Ihr Stamm dürfte um 1.500 vor unserer Zeit am Golf von Mexiko gesiedelt haben. Früher als jedes andere Volk haben sich die Olmeken auf die Zubereitung einer Flüssigkeit verstanden, die in ihrer Stammessprache *[kakawa] hieß. Wie sie dieses Wissen anderen Kulturen überliefert haben, ist bis heute ungeklärt. * = rekonstruierte Form.

Von Hieroglyphen auf Tonkrügen und Kleidern wissen wir, dass zu jener Zeit auch das Volk der Mayas den Cacaobaum kannte und als „Geschenk der Götter“ verehrte. Bis ins 8. Jh. n. Chr. kultivierten und betrieben die Mayas den Cacaoanbau zwischen der Halbinsel von Yucatán und der Pazifikküste von Guatemala. Warum ihre Hochkultur mit einem Male unterging, gibt bis heute Rätsel auf. Was uns von ihnen bleibt, ist der Cacao – ihr wohl köstlichstes Vermächtnis. Wie den Mayas war auch den Azteken der Cacao lieb und teuer; vor allem als Lebensmittel oder Opfergabe: Cacao, so glaubten sie, stimme Götter gnädig. Selbst als Zahlungsmittel waren Cacaobohnen akzeptiert; eine Währung, der erhebliche Kaufkraft zugebilligt wurde: Ein Kürbis kostete vier Bohnen, ein Hase zehn. Rund einhundert Bohnen waren der Preis für einen Sklaven.

Im Jahre 1512, auf seiner vierten Reise nach „Westindien“, landete Christoph Columbus an der Küste vor Honduras. Hier wollte er mit den „Eingeborenen von Guanaja“ Handel treiben. Neben Kupfer, Stoffen und Holzwaffen reichte man dem Fremden dunkle Bohnen. Columbus jedoch zeigte ob des bitteren Geschmacks kein sonderliches Interesse. Auch der Trunk, der ihm daraus bereitet wurde, wollte ihm nicht recht munden. Den Wert des „braunen Goldes“ zu erkennen, war ein paar Jahre später Hernando Cortez vorbehalten. Sieben Jahre nach Columbus landete er mit der spanischen Armada an der Küste von Tabasco. Montezuma, Herrscher über das Aztekenreich, sah in ihm die Inkarnation des Gottes Quetzalcóatl. Arglos überhäufte er den Fremden mit den Schätzen seiner Insel – dazu zählten unter anderem 25.000 Zentner Cacaobohnen.

Cortez ahnte wohl schon, dass er etwas ungeheuer Wertvolles geschenkt bekommen hatte – und behielt Recht: Die Kunde vom „braunen Gold der Azteken“ verbreitete sich rasch in den Kolonien und erreichte bald darauf die alte Welt. Bereits im 17. Jahrhundert kannte man den Cacao in ganz Europa. Zunächst wurde er fast ausschließlich als Medizin verwendet. Seine kulinarischen Qualitäten empfanden die Europäer bis dahin noch als „wenig erquicklich“. Dies änderte sich indessen von einem auf den anderen Tag, als man erstmals ein Cacaogetränk mit Rohrzucker süßte. Fortan war der Triumphzug des Cacao als Genussmittel nicht mehr aufzuhalten.

(Quelle:www.coppeneur.de)


 

 
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